Über BELECAN

20151026_131052

Die Ethik AG der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover befasst sich im BELECAN-Projekt („Behandlungsziele am Lebensende von companion animals“) mit eben dieser Thematik: den Erfahrungen mit dem Tod des Haustieres, dem Einschläfern, dem Erleben von Verlust und Trauer, der Trauerbewältigung – und der Bedeutung für unseren Umgang mit Tieren und betroffenen Besitzern. Teil dessen ist das kreative Buchprojekt. Mithilfe gesammelter Bilder und Texte soll die Möglichkeit geschaffen werden, sich auf eine ästhetisch-künstlerische Art reflektiert mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen – ganz besonders außerhalb der belastenden Situation.

  • Was bedeutet der Tod des Haustieres für die Besitzer?
  • Ist dieser Verlust vergleichbar mit dem eines Mitmenschen?
  • Wie haben TierbesitzerInnen das Sterben und den Tod des Tieres erlebt?
  • Wie sind sie mit ihrem Verlust umgegangen?
  • Was hat ihnen in ihrer Trauer geholfen?

9 Monate lang haben wir TierhalterInnen gebeten, uns ihre Geschichte zu erzählen. Seit dem 31.01.2019 ist dieser Teil unseres Forschungsprojekts abgeschlossen.

 

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei allen TeilnehmerInnen für ihre liebevollen Einsendungen und Beiträge bedanken – danke, dass Sie unser Projekt so tatkräftig unterstützt haben!

 

Erste Ergebnisse
Anzahl der Einsendungen
Aus allen 195 bis zum 31.01.2019 eingegangenen postalischen und elektronischen Einsendungen konnten 185 Beiträge für das Projekt herangezogen werden. Ihr Umfang variierte zwischen einer bis über dreißig Seiten zuzüglich eigener Bilder und Texte.

Karte Deutschland (Januar)_LI

Demografische Daten
Die überwiegende Zahl der Teilnehmer war weiblich (75,68%), weit weniger männlich (14,59%), wobei ein Teil der Einsendungen (9,73%) keinem der beiden Geschlechter zugeordnet werden konnte.
Die Beiträge stammten überwiegend aus Deutschland, aber auch aus Österreich, der Schweiz, Südtirol und Griechenland.

 

Ergebnisse Tierarten TabelleTierarten
Viele Betroffene berichteten über mehrere ihrer bisherigen Verlusterlebnisse, die sie beim Aufgrund dessen übersteigt die Anzahl der Tiere die der insgesamt eingegangenen Einsendungen.

 

Ergebnisse Todesfälle

Todeszeitpunkt
Das früheste konkrete Datum belief sich auf das Jahr 1977, das späteste auf Ende Oktober 2018. Diese Daten implizieren keinesfalls, dass die Trauer mit der Zeit nachlässt. In der Mehrheit scheint im Lauf der Zeit weniger das Bedürfnis zur Mitteilung zu bestehen.

Erste Tendenzen
Wie schwer der Verlust des Haustieres den Besitzer treffen wird, lässt sich kaum vorhersagen. Aspekte wie Geschlecht des Tierhalters, Persönlichkeit, Lebensumstände, Art und Alter des Tieres, Dauer und Enge der Beziehung sowie die Todesumstände können die Trauer beeinflussen, erlauben aber keine universal gültigen Einschätzungen.
Von nicht unwesentlicher Bedeutung scheint die gemeinsame Geschichte von Tier und Halter zu sein.
Letztendlich sprechen diese ersten Ergebnisse dafür, dass TierbesitzerInnen mit dem Tod ihrer Haustiere offenbar ebenso individuell subjektiv umgehen, wie das bei der Trauer nach dem Verlust eines Mitmenschen der Fall ist.

 

Sollten Sie noch Fragen haben oder wir Ihnen anderweitig helfen können, stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Marion Schmitt
marion.schmitt@tiho-hannover.de

 

BELECAN-Buchprojekt – Wie es jetzt weitergeht
Als künstlerischer Ansatz für die schwierigen Themen Einschläferung, Trauer und Verlustbewältigung soll aus den gesammelten Texten und Bildern im Herbst 2019 ein Buch veröffentlich werden. Es soll die Auseinandersetzung mit dem Tod abseits der wissenschaftlichen Ebene ermöglichen und darüber hinaus Betroffenen Trost bieten und Anstöße geben, wie der Umgang mit der eigenen Trauer gelingen kann. Zuletzt will es werben für mehr Akzeptanz, Verständnis, Empathie und Solidarität gegenüber unseren trauernden Mitmenschen – auch und gerade denjenigen, deren Ansichten uns selbst fremd sind und die wir zunächst nicht verstehen.

 

Vielen Dank für Ihre Hilfe und alles Gute!

Advertisements