Pebbles

Pebbles (fiktionale Figur, siehe Familie Feuerstein)
Pebble (englisch „Kieselstein“)
              Gesteinsstück, Baustoff, Kies, Schotter, Reichtum, Besitz, Wert
Stein: Körper, Gebäude, Anhöhe, Felsen
            Trittstein, Wegmarke
            Kern, Hauptinhalt, Edelstein, Juwel, Kleinod, Liebling
            Grabstein, Grabmal, Gedenkstein, Denkmal, Andenken

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Es hilft es mir bei meiner Trauerbewältigung, wenn ich mich diesbezüglich mitteilen kann…

Außerdem habe ich so das Gefühl, dass ein Teil von unserem Pebbles weiterlebt, wenn andere Menschen zum Beispiel seine Fotos ansehen.

Ja, er war ein außergewöhnliches Tier…. Das sagt wahrscheinlich jeder Tierbesitzer. Im Grund ist jedes Tier etwas Besonders. Eine eigene Persönlichkeit… eine Seele.

 

 

Ich erzähle Ihnen noch kurz etwas über das Leben von Pebbles. Habe wieder wenig Zeit, aber einige Kleinigkeiten sollten Sie vielleicht wissen.

Pebbles kam als „Findling“ zu uns. Jetzt um diese Zeit – vor ziemlich genau 14 Jahren. Er war erst wenige Monate alt. Man konnte seine Geschlechtsmerkmale noch nicht feststellen, deshalb der Name – Pebbles ist die kleine Tochter von Fred Feuerstein. Mein Mann war überzeugt, Pebbles sei ein Mädchen… was sich schon 3 Wochen später als falsch herausstellte.

Eine Nachbarin hatte Pebbles mitgebracht. Pebbles hatte nachts an der Straße gesessen und laut gejault… um auf sich aufmerksam zu machen. Er war voller Ohrmilben und total ausgehungert.

Eigentlich sollte er zu einer anderen Nachbarin, die ehrenamtlich für die Katzenhilfe arbeitet, aber zu diesem Zeitpunkt verreist war.Diese Nachbarin hatte derzeit selber 7-9 Katzen. Pebbles blieb bei uns! Er war ein riesengroßes, wertvolles Geschenk für uns.

Ich hatte damals gerade mit einer neuen Arbeitsstelle (Fulltime) angefangen, aber mein Mann arbeitet im Schichtdienst. Deshalb war fast immer jemand zu Hause.

Pebbles musste wegen fortgeschrittenem Leberkrebs eingeschläfert werden. Er wurde ca. 14 Jahre alt. Die Ultraschalluntersuchung hat das ergeben. Wir haben uns dann entschlossen, Pebbles, der nach der Untersuchung noch leicht betäubt war, sofort einschläfern zu lassen. Das heißt, mein Mann. Mein Mann war in der Tierklinik und hat alles geregelt. Ich erhielt diese schlimme Nachricht per Telefon – im Büro. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich bin davon ausgegangen, dass wir Pebbles an diesem Tag wieder abholen können.

Es waren so viele Gedanken, dass ich es nicht in nur wenigen Sätzen beschreiben kann – Verzweiflung, Hilflosigkeit und Schmerz wird es wohl am ehesten treffen. Zunächst, unmittelbar nachdem ich diese schlimme Nachricht telefonisch erhalten hatte, wollte ich sofort losfahren, um Pebbles abzuholen, aber da war er ja schon tot. In solchen Momenten ist es schwer, rational zu denken. Ich hätte nur das tote Tier abholen können.

Mein Mann und ich vermissen unser Katerchen immer noch sehr und müssen ab und zu immer noch weinen. Ich empfinde es als sehr schlimm, dass ich mich nicht mehr vom Katerchen verabschieden konnte und ich verzeihe mir nicht, nicht bei ihm gewesen zu sein. Ich habe, wie gesagt, fest damit gerechnet, dass ich ihn am nächsten Tag wieder abholen kann. Stattdessen hat mein Mann entschieden, ihn dort zu lassen… es war extrem schwül und warm und die Entfernung betrug etwa 60 km… Er sagte, dass ihm das zu schwer gefallen wäre – wofür ich Verständnis hatte.

Die Einäscherung wurde ihm als Alternative angeboten. Nüchtern und rational betrachtet war dies, unter den gegebenen Umständen, das Richtige. Pebbles wurde zusammen mit 3 anderen Katzen verbrannt. Ich habe später dort angerufen. Man sagte mir, wo ungefähr die Asche von Pebbles verstreut wurde. Ich denke, dass ich irgendwann (im Herbst, wenn ich Urlaub habe) dorthin fahren werde, dort spazieren gehe und an Pebbles denke… was auch immer das bringen mag.

Hätte ich die Wahl gehabt, dann hätte Pebbles ein schönes kleines Grab mitten im Rosenbeet oder unter seiner Lieblingshecke bekommen.

Ich habe kein Grab, zu dem ich hingehen kann.

In meiner Verzweiflung habe ich zu Hause Tierhaare gesammelt und zusammen mit anderen Erinnerungsstücken in einer kleinen „Pebbleskiste“ aufbewahrt. Zusammen mit vielen Gedanken, Fotos… die ich aufgeschrieben habe. Viele DINA4 Seiten. Es konnte nicht sein, dass nichts von meinem geliebten Tier übrigbleibt. Irgendwie wollte ich im Nachhinein noch etwas „Bleibendes“ für ihn schaffen. Es gibt viele Fotos und eine kleine „Pebblesgedenkstätte“ im Haus. Einige Nachbarn, Freunde und Verwandte wollten Fotos von ihm haben, die ich ihnen sehr gerne überlassen habe.

Ich habe schon früher, auch in der Kindheit, Haustiere gehabt und habe diese auch sehr betrauert. Bei Pebbles war das etwas anders. Wir hatten ihn 14 Jahre lang, er war extrem anhänglich… obwohl er Freigänger und ein guter Mäusefänger gewesen ist. Pebbles war ein echtes Familienmitglied. Pebbles war ein Gefährte, ein Freund. Ein kleines Zauberwesen, das wir sehr geliebt haben. Was soll ich sagen? Es tut immer noch schrecklich weh und ich vermute, dass das noch für ganz lange so bleiben wird.

Um Religion und das Sterben von Menschen wird, im Vergleich zum Tod von Tieren, immer ein „Riesenwirbel“ gemacht. Ich bin aber davon überzeugt, dass Tiere, falls es so etwas wie eine Seele gibt, auf jeden Fall genauso eine Seele wie Menschen haben. Tiere empfinden, Leid, Liebe, Trauer, Scham, haben Verlustängste, Freude – genauso wie wir. Davon bin ich, vor allem seit ich Pebbles erleben durfte, felsenfest überzeugt.

Ich denke, dass ich eher ein Realist bin. Ich halte nicht allzu viel von esoterischem „Firlefanz“. Dennoch… am Tag nach dem Tod von Pebbles habe ich in der Mittagspause einen sehr großen, auffälligen, schwarz-weißen Schmetterling gesehen… neben dem Industriegebiet, wo ich arbeite. Als ich gerade, wieder einmal intensiv an Pebbles gedacht habe. Es war ein seltener blauer Schilterfalter. (habe das später gegoogelt). Etwa 3 Wochen später, als ich wieder einmal besonders traurig war, ist uns eine Brieftaube zugeflogen. Die saß meistens gegenüber auf dem Dach und hat auf das „Reich von Pebbles“ geschauft. Zufall? Vielleicht?

Die Trauer musste ich meistens unterdrücken. Im Büro war kein Platz für Emotionen. Mein Chef hätte dafür kein Verständnis gehabt. Ich arbeite hier in einer „Männerwelt“. Auf der Arbeit war ich etwas abgelenkt.

Die Erinnerungen kamen meistens zu Hause, wo Vieles an Pebbles erinnert. Die Tränen, manchmal regelrechte Heulkrämpfe, kamen meistens zusammen mit den Erinnerungen. Mein Mann und ich, wir haben uns gegenseitig getröstet. Freunde, Nachbarn und Familienmitglieder haben sich größtenteils verständnisvoll gezeigt und mit uns zusammen getrauert. Alle, die Pebbles kannten, haben sich „in ihn verliebt“. Auch von unserem Tierarzt haben wir einen sehr schönen, liebevollen Brief bekommen. Diese Anteilnahme hat uns auf jeden Fall geholfen.

Habe wieder schnell geschrieben… muss jetzt an die Arbeit. Achten Sie nicht auch kleine Fehlerchen… Habe das alles sehr in Eile geschrieben – hoffe aber, dass ich einen kleinen Beitrag leisten konnte.

Eines möchte ich aber noch anmerken: Wenn Menschen schwer krank sind, werden sie oft künstlich am Leben gehalten. Der Leidensweg ist oft überaus lang und oft auch nicht sehr sinnvoll. Ein Mensch kann es meistens verstehen oder einsehen, wenn er oder sie beispielsweise Operationen oder andere schmerzhafte Behandlungen, Spritzen über sich ergehen lassen muss, weil es ihm oder ihr dadurch unter Umständen später wieder besser geht. Einem Tier kann man solche Dinge definitiv nicht verständlich machen. Man sollte sich deshalb vor allem bei Tieren gründlich überlegen, wann lebensverlängernde Maßnahmen sinnvoll sind. Ich denke, dass auch ein Tier ein Trauma erleiden kann.

Und ich wünsche mir, dass Tiere in unserer Gesellschaft den Respekt erhalten, den sie wirklich verdienen.

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